16.05.2026 Erfolg bei internationalen Turnier in Antwerpen
Trainer Viktor Semenko machte sich mit 4 Judoka der Fördergruppe auf den Weg nach Belgien. Der erste internationale Einsatz für Emma Walther (u18 -70kg), Clara Katzschner und Clara Lange (beide u18 -63kg) sowie Carl Kopplin (u15 +66kg) brachte 2 Medaillen und 2 Platzierungen; Herzlichen Glückwunsch!
Reisebericht von Viktor Semenko
Wenn man an Belgien denkt, hat man zuerst Pommes, Schokolade und Bier im Kopf. Doch vor zwei Wochen stand für einige unserer Judoka etwas ganz anderes im Fokus: das internationale Ippon‑Trophy‑Award in Antwerpen.
Monatelange Vorbereitung, Blut, Schweiß und manchmal auch die eine oder andere Träne wurden in den Judo‑Hallen von Eberswalde gelassen, um sich bestmöglich auf dieses Event vorzubereiten.
Mit Teilnehmern aus Frankreich, England, Wales, Schottland, den Niederlanden, Luxemburg, Belgien, Algerien und Deutschland war das Turnier international breit und hochkarätig besetzt. Trotz aller Mühen in der Vorbereitung standen der Ausflug nach Antwerpen und das Turnier nicht unter den besten Vorzeichen.
Emma verrenkte sich sechs Wochen vor dem Turnier die Schulter und kämpfte mit der Zeit, um rechtzeitig wieder fit und gesund zu werden. Clara, eine unserer besten Sportlerinnen, hatte bei großen Turnieren immer knapp verpasst, eine Bronzemedaille zu holen, und musste sich oft mit dem undankbaren fünften Platz zufriedengeben. Für sie stand es an, endlich den Bock umzustoßen.
Carl, der Jüngste der Gruppe, war mit seinen 73 kg zu schwer, um in der 66‑kg‑Klasse zu starten. Deshalb musste er in der offenen Klasse der unter 15‑Jährigen antreten, in der es keine Gewichtsbeschränkung gibt.
Doch das sollte den Optimismus von Trainer Viktor Semenko Junior nicht trüben. Am 15. Mai fuhr die Eberswalder Truppe mit einem vom Kreissportbund Barnim bereitgestellten Bus voller Erwartungen nach Belgien. Am Freitag stand lediglich die Vorwaage an – ein kleines Training in der Wettkampfhalle, um die Verspannungen nach acht Stunden Fahrt loszuwerden, sowie ein gemeinsames Abendessen.
Am Samstag war es dann so weit.
Den Anfang machte Carl, amtierender brandenburgischer Meister. Er gewann alle drei Gruppenkämpfe in der offenen Gewichtsklasse souverän und zeigte körperlich keinerlei Nachteile gegenüber seinen Kontrahenten. Erst im Viertelfinale scheiterte er an einem Gegner, der ihm sowohl körperlich als auch technisch überlegen war, und schied damit aus. Trotzdem stehen vier starke Kämpfe zu Buche, auf denen unser Jüngster für die nächsten Aufgaben aufbauen kann.
Carl Kopplin Platz 5 u15 +66kg 18 Teilnehmer, Wettkampfliste [hier]
Auch für Clara Lange, die eigentlich beim JSV Bernau Mitglied ist, aber sehr oft bei uns in Eberswalde mittrainiert und ebenfalls amtierende brandenburgische Meisterin ist, startete der Wettkampftag positiv.
Sie gewann ihren Auftaktkampf gegen eine Belgierin. Im zweiten Vorrundenkampf fiel sie heftig zu Boden, biss sich jedoch durch, fasste neuen Mut und kämpfte nach dem verlorenen Kampf weiter.
Auch ihren dritten Gruppenkampf konnte sie für sich entscheiden. Im Viertelfinale schied sie dann gegen die spätere Turniersiegerin aus.
Für Clara Katzschner aus Eberswalde sollte es jedoch ein besonders positiver Tag werden. Wie bereits eingangs erwähnt, hatte sie bei großen Turnieren oft knapp die Bronzemedaille verpasst – das belastet einen Sportler, weiß auch der Trainer. Umso mehr beeindruckt ihn, mit welcher Intensität sie sich in den letzten zwei Monaten vor dem Turnier vorbereitet hat. Von den fünf möglichen Trainingseinheiten pro Woche nahm sie jede einzelne wahr und blieb oft noch länger.
Das zeigt ihren unbändigen Willen, in diesem Sport erfolgreich zu sein. Ihre beiden Auftaktkämpfe gewann sie souverän durch Würgen mit Ippon. Im dritten und letzten Vorrundenkampf bezwang sie ihre Kontrahentin ebenfalls mit Ippon. Im Viertelfinale stand sie einer Niederländerin gegenüber, die sie erneut vorzeitig mit Ippon besiegte. Damit erreichte sie das Halbfinale. Dort unterlag sie der späteren Turniersiegerin aus Belgien. Trotzdem sicherte ihr das die Bronzemedaille, sodass der Bock endlich umgestoßen wurde – zur Freude von ihr, ihrem mitgereisten Vater und natürlich auch ihres Trainers.
Clara Katzschner Platz 3 und Clara Lange Platz 7 u18 -63kg 23 Teilnehmer
Den besten Tag hatte jedoch Emma.
Wie bereits erwähnt, hatte sie sich sechs Wochen vor Turnierbeginn die Schulter ausgekugelt. Konkretes Judo‑Training stand deshalb kaum auf dem Plan. Mit einem gesunden Arm und beiden Beinen bereitete sie sich stattdessen konditionell bestmöglich auf das Event vor. Zum Turnier war sie rechtzeitig wieder fit und konnte die Herausforderung annehmen.
Im ersten Kampf unterlag sie einer Französin. Im zweiten Gruppenkampf besiegte sie eine Schottin, im dritten eine Kontrahentin aus Wales – damit stand sie ebenfalls im Halbfinale. Dort bezwang sie eine Niederländerin durch einen Festhalteteppon. Im Finale traf sie erneut auf dieselbe Französin aus dem ersten Kampf.
Dieses Mal erwischte sie den besseren Start und führte bis zur letzten Minute; sie musste das Ergebnis nur noch über die Zeit bringen. Doch es kam anders: Bei einer Aktion der Französin fiel Emma unglücklich und kugelte sich erneut die Schulter aus. Vierzig Sekunden vor Schluss musste sie das Finale aufgeben. Mit den Worten des Trainers „Schmerz vergeht, aber Stolz bleibt für immer“ konnte sie sich trotz der schmerzhaften Schulter relativ schnell ein Lächeln abringen. Sie wollte die Halle unbedingt nicht verlassen und bis zur Siegerehrung dableiben, um ihre verdiente Medaille entgegenzunehmen.
Emma Walther Platz 2 u18 -70kg 7 Teilnehmer
Abschließend ging die Truppe nach dem Wettkampftag noch gemeinsam essen, um vor allem die Medaillengewinnerinnen zu feiern. Beim Italiener zeigte sich Claras Vater sehr großzügig und lud alle Kinder, die an diesem Tag gekämpft hatten, persönlich zum Essen ein.
Am folgenden Sonntag nutzte die Eberswalder Judo‑Truppe die Gelegenheit, bereits in Antwerpen zu sein, und besichtigte bis zum frühen Nachmittag die Stadt. Danach trat sie die achtstündige Heimreise an, wo die übrigen Mitglieder des JC Eberswalde schon sehnsüchtig auf ihre Helden warteten.





